Antwort auf die offene Antwort

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Nachdem Herr Muri im Namen des Stiftungsrates und des Pfarrgemeinderates auf unseren offenen Brief vom 12.11.2012 an den Pfarrgemeinderat eine offene Antwort formuliert hat und diese auf den Blog des Herrn Professor Schwatlo stellen ließ, wollen wir hier unsere Antwort geben. Sie wurde per E-Mail an den Pfarrgemeinderat verschickt.


Bürger helfen Maria-Hilf e.V. an Stiftungsrat und Gemeinderat Maria-Hilf
Offener Brief vom 12.11.2012 und undatierte Offene Antwort

Freiburg, 21.11.2012

Sehr geehrter Damen und Herren,
sehr geehrter Herr Muri,

Sie sind in Ihrer „offenen Antwort“ für den Stiftungs- und den Pfarrgemeinderat auf einige der Punkte, die wir in unserem Brief vom 12.11.2012 an die Pfarrgemeinderatsmitglieder unserer Gemeinde angesprochen haben, eingegangen. Hierfür zunächst vielen Dank.

Wir sahen uns in unserer Funktion als Vorsitzende des neu gegründeten Vereins Bürger helfen Maria-Hilf e.V. zu diesem Brief mit seinen Fragen und Anregungen u. a. deshalb veranlasst, weil in einer Vielzahl der in den vergangenen Tage von uns geführten Gesprächen immer wieder die Sorge auch und gerade vieler Gemeindemitglieder über die Zukunft von Maria Hilf deutlich wurde. Die Verunsicherung innerhalb der Gemeinde, deren Ursache wir auch in einer restriktiven Informationskultur sehen, wird auch Ihnen bekannt sein.

Zweck unseres Vereins ist die Erhaltung des ehemaligen, kulturhistorisch bedeutsamen Böhringerschen Guts einschließlich des Maria-Hilf-Saals, der über die kirchliche Gemeinde hinaus einen sozialen Mittelpunkt in der Wiehre darstellt. Über die Historie unseres Pfarrsaals wurde in der Badischen Zeitung vor kurzem noch einmal  ausführlich berichtet.

Bitte bedenken Sie : Wenn das denkmalsgeschützte Ensemble zerstört wird und Pfarrsaal sowie Nebengebäude abgerissen werden, geht der Gemeinde, der Wiehre und der Stadt unwiederbringlich etwas Wertvolles verloren, das für viele Mitbürger und Mitbürgerinnen einen hohen zeitgeschichtlichen Wert hat.

Im Haushaltsplan 2012/2013 der Erzdiözese Freiburg ist zu lesen, dass

die Erhaltung des überlieferten Schatzes an historischen Gebäuden… stets als wichtiges kirchliches Anliegen betrachtet

wurde. Diesen Schatz gelte es zu bewahren und an zukünftige Generationen weiterzugeben.

Aus unserer Sicht ist dieser Denkansatz, der im Haushaltsplan auf Kirchengebäude gemünzt ist, auch auf „profane“ Gebäude zu übertragen, insbesondere dann, wenn sie wie im vorliegenden Fall unter Denkmalsschutz stehen und damit bereits als „bewahrenswert“ eingestuft wurden.

Wir wissen aus unseren Gesprächen, dass viele Gemeindemitglieder die Weiterentwicklung der Infrastruktur von Maria Hilf begrüßen.

Wir sind nicht – um das auch an dieser Stelle noch einmal zu betonen – gegen einen Neubau des Kindergartens.

Was wir jedoch – und nicht nur der Verein –  nicht akzeptieren und aufgrund der bisher veröffentlichten Daten nicht nachvollziehen können, ist, dass hierfür der Maria-Hilf-Saal und weitere Gebäude abgerissen werden sollen.

Sie sprechen, sehr geehrter Herr Muri, in Ihrem Schreiben

  • von  „verschiedenen Varianten“, die diskutiert,
  • von „verschiedenen Nutzungskonzepten“, die vorgelegt,
  • oder „verschiedenen Alternativen“, die geprüft

worden seien. Sie werden verstehen, dass wir im Sinne der immer wieder angemahnten Transparenz Schwierigkeiten haben, Ihnen hier zu folgen, solange diesbezüglich keine Details offen gelegt und konkrete, belastbare Zahlen genannt werden.

Wir fragen uns zusammen mit besorgten Gemeindemitgliedern,

  • welche Varianten (mit welchem Ergebnis) geprüft wurden und welche Zahlen den Bewertungen zugrunde lagen.
  • Welche alternativen Nutzungskonzepte für den Maria-Hilf-Saal sind beispielsweise „gerechnet“ worden?
  • Welche Möglichkeiten der Unterstützung seitens der Erzdiözese wurden geprüft?

Man muss vielleicht nicht so weit gehen, wie in einem Betrag auf der Website einer Hochschule aus Baden-Württemberg geschehen, das erzbischöfliche Ordinariat Freiburg als „Großgrundbesitzer“ zu bezeichnen. Dennoch stellt sich die Frage, ob nicht auch Mittel der Erzdiözese mit zur Weiterentwicklung von Maria Hilf herangezogen werden können. Immerhin haben die beiden Baustiftungen der Erzdiözese im Jahr 2011 Bauprojekte in den Gemeinden mit mehr als 5 Mio. Euro bezuschusst.

Sie formulieren in Ihrem Brief abschließend, dass der eingeschlagene Weg aus Sicht des Stiftungsrates der richtige sei.

Sind Sie sich sicher, dass die Gemeinde diese Einschätzung teilt?

Und warum ist es nicht möglich, vor weiteren Entscheidungen eine „Denkpause“ einzulegen und allen Betroffenen die Möglichkeit zu geben, anhand konkreter Daten gemeinsam an tragfähigen Lösungen zu arbeiten, bevor es zu spät ist und die wertvollen Gebäude abgerissen sind? Lösungen, die beides ermöglichen:

  • eine Erhaltung des denkmalsgeschützten Gebäudebestandes im Zentrum unserer Gemeinde
  • und eine zukunftssichere Weiterentwicklung von Maria Hilf.

Wir sind als Verein Bürger helfen Maria Hilf e.V. unter den genannten Voraussetzungen bereit, an Lösungen konstruktiv mitzuarbeiten, wenn Sie uns die Gelegenheit hierzu geben.

Mit freundlichem Gruß,
Roman Schwartz                                                                            Petra Morio
(1.Vorsitzender)                                                                            2. Vorsitzende

 

3 Gedanken zu „Antwort auf die offene Antwort

  1. ICH STIMME DEM SCHREIBEN DES VEREINS BÜRGER HELFEN MARIA HILF VOM 21.11. 2012 zu

  2. Ich wünsche mir, dass es eine Aussprache mit dem Pfarrgemeinderat,, Stiftungsrat gibt, ohne Dominanz vom Ordinariat
    in Person von Herrn Schwatlo.

Kommentare sind geschlossen.