Die Geschichte des Grundstücks

Print Friendly, PDF & Email

An dieser Stelle soll die Geschichte des Grundstücks und seiner Gebäude dargestellt werden. Wenn Sie die Geschichte ergänzen können oder wollen, sind wir für Beiträge sehr dankbar.

 Böhringersches Gut

Bevor das Böhringersche Gut errichtet wurde, gab es im Bereich des heutigen Pfarrhauses ein Kloster. Leider ist nicht mehr darüber bekannt. Welcher Orden residierte hier? Und seit wann?

Freiburg gehörte seit 1368 zu Österreich. Erst Napoleon verfügte 1806 den Übergang der Stadt und Region an das Großherzogtum Baden.

Der österreichische Rittmeister Karl Böhringer kam während der napoleonischen Kriege nach Freiburg und erwarb um 1810 ein großes Stück Land an der Wiehre. Zu dieser Zeit wurde Freiburg vom Großherzog regiert. Die Wiehre (Seiten 112 f.) war zu dieser Zeit ein Dorf mit ca. 50 Häusern. Darauf errichtete er ein Gut. Es erstreckte sich einst bis zum Sternwald und zur Hildastraße.

Auf dem Gut erbaute er ein klassizistisches Herrenhaus samt Nebengebäuden (Gesindehäuser, Reithalle).

Maria-Hilf Pfarrgemeinde

Um 1920 wurde das Gut von der katholischen Gemeinde in der Oberwiehre gekauft. Sie erbaute die Kirche Maria-Hilf als Pfarrkirche des Viertels zwischen 1927 und 1929 im neubarocken Stil. Der Architekt war Bernhard Müller-Ruby (1886-1952). Er war im Kloster Beuron – einem Benediktinerkloster im Oberen Donautal – tätig gewesen war. Das Herrenhaus wurde als Pfarrhaus benutzt und die Scheune/Reithalle diente als Pfarrgemeindesaal.

Der Pfarrsaal nach dem 2. Weltkrieg

Der Pfarrgemeindesaal war der einzige im 2. Weltkrieg nicht zerstörte Saal im Stadtgebiet, und in ihm spielte sich nach dem Krieg nicht nur das Leben der Pfarrgemeinden und der Wiehremer Vereine ab, sondern er diente nach der Zerstörung des Stadttheaters zugleich als Saal für Theater- und Musikaufführungen, bis hin als Ort für die Gründung der Parteien und die Vorbereitung der Gemeinderatswahlen im Jahre 1946.

Im Saal fanden nach dem Krieg u. a. auch Musikaufführungen mit so bedeutenden Interpreten wie Dietrich Fischer-Dieskau und das erste Konzert der bis 1945 wegen ihrer jüdischen Abstammung von den Nazis mit Aufführungsverbot belegten Edith Picht-Axenfeld statt, sowie Ende 1945 ein Vortrag des bedeutenden Freiburger Dichters Reinhold Schneider:

Die Wahrheit nur wird an die Herzen dringen
und wirken wird das Wort nur das gelebt!

[Reinhold Schneider: Die Sonette von Leben und Zeit, dem Glauben und der Geschichte. Köln und Olten 1954. S. 57.]

Auch die Universität und die Evangelische Friedensgemeinde nutzten diesen Saal, ebenso wie die benachbarte Emil-Thoma-Schule.

Somit ist der Pfarrgemeindesaal ist nicht nur eines der frühesten noch erhaltenen Zeugnisse der Bebauung der Wiehre Anfang des 19. Jahrhunderts, sondern hat darüber hinaus auch für die Stadt Freiburg eine enorme heimatgeschichtliche Bedeutung.

Quellen

In diesen – zugegeben sehr kurzen – Abriss der Geschichte sind Texte von den Badischen Seiten (1) und (2) eingeflossen.